Vogel des Jahres 2022: Der Wiedehopf

adulter Wiedehopf Fütterung an der Nisthöhle Die Flügel des Wiedehopfes sind schwarz-weiß gestreift
Wiedehopfe sind besonders im wärmeren Süden Deutschlands zu finden.

Bis vor Kurzem konntet ihr noch abstimmen, jetzt ist es entschieden: Der Wiedehopf ist der Vogel des Jahres 2022!

Familie: Wiedehopfe Upupidae Gattung: Wiedehopfe Upupa Art: Wiedehopf (Upupa epops)

Dass ihr den Wiedehopf schon in freier Wildbahn gesehen habt, ist eher unwahrscheinlich. Der rostrote Vogel mit den auffällig schwarz-weißen Flügel-, Rücken- und Schwanzfedern, ist leider nicht häufig bei uns zu finden. Mit den langen Scheitelfedern, die er bei Erregung aufrichtet, ist er leicht zu erkennen. Zudem kennzeichnet der lange Schnabel von bis zu 6cm den Vogel. Insgesamt wird der Vogel maximal 29cm lang.

Besonders wohl fühlt der Wiedehopf sich in wärmeren Regionen, wie in Südwesteuropa und Nordwestafrika sowie Vorderasien. In Deutschland lebt er besonders im klimatisch wärmeren Süddeutschland. Den Winter verbringt der Zugvogel in den afrikanischen Tropen, in der Sahelzone oder in Indien.

Am Boden von Weinbergen, Obstgärten und an Böschungen findet der Wiedehopf seine Nahrung. Die Beute besteht aus Insekten, wie Käfern, Grillen und Heuschrecken. Auch Engerlinge, Raupen und Larven oder Spinnen werden verspeist. Kleine Wirbeltiere wie Eidechsen werden seltener gefressen.

Seinen Nachwuchs zieht der Wiedehopf in verlassenen Hohlräumen, wie Spechthöhlen, Mauerspalten, Steinhaufen oder Nischen auf. Meist benutzt er zum Bau seiner Nester wenig Material. Er formt dann lediglich eine Mulde, in die er seine Eier legt. Zwischen 5 und 8 Eiern legt das Weibchen im Mai. Nach rund 15 Tagen schlüfen daraus die Küken. Jungvögel und Weibchen sondern bei Gefahr ein Sekret aus der Bürzeldrüse ab, das durch seinen Gestank Räuber vom Nest fernhält. Nach 30 Tagen verlassen die jungen Wiedehopfe das Nest.

In Deutschland ist der Wiedehopf gefährdet, da es weder ausreichend Nistmöglichkeiten noch ausreichend Lebensräume für die Vögel gibt. In den letzten Jahren wächst die Population wieder, ein Zeichen für den einsetzenden Klimawandel und das wärmere Wetter. Rund 800 bis 950 Brutpaare sind in Deutschland heimisch.

Der wissenschaftliche Name der Wiedehopf-Gattung Upupa ist übrigens dem typischen dreisilbigen Balzruf des Tieres “upupup” nachempfunden.